Wild wild West

Letztens, vorgestern, war es soweit. Vermutlich haben schon ganze Völker und Heerscharen darauf gewartet, dass sich bei mir was ändert. Und dann, ohne dass ich es vorhergesehen hätte, kam der Moment.

Wie immer bin ich morgens verschlafen zur Arbeit losgegangen. Links, rechts und nochmal rechts lang. Dann sah ich ihn. Mitten auf der Straße. Erst war ich ein wenig überrascht und schockiert, doch konnte ich das gut verbergen. Irgendwo setzte ein Trommelwirbel ein. Nahaufnahme seine Augen, meine Augen, die sich zusammenziehen, wieder seine Augen. Ein Dornenbusch rollte vorbei. Dann machte ich das Vernünftigste: ich bückte mich, hob einen Stein auf und setzte selbstbewusst meinen Weg fort.

Das alleine reichte schon, er jaulte und zog sich auf sein Grundstück zurück. Hunde in Lesotho wissen zum Glück, dass jemand, der einen Stein aufhebt, für sie nichts Gutes bedeutet, weil sie dann häufig mit ihnen abgeworfen werden. Das mag aus Tierschützersicht nicht  gut klingen, doch was soll man auch mit so bissigen Kötern, vor allem auf dem Land, auch machen?

Für mich war diese Begegnung auf jeden Fall ein wenig wie eine Feuerprobe, die ich auch glorreich bestanden habe (für die, diese Seite von mir nicht kannten: ich hatte/habe furchtbare Angst vor Hunden). Denn diesen Hund kannte ich vorher auch schon, doch ist er normalerweise immer angeleint und hinter dem Zaun, von wo aus er mich jeden Morgen anbellt.

Jetzt müssen wir nur noch schauen, wie sich das in Deutschland gibt mit den ganzen Hunden, die einen auch so gerne anspringen.

Unglaublich – heute in drei Wochen muss ich allen Tschüss sagen. Ich werde vermutlich dann gerade irgendwo verzweifelt rumlaufen und entweder noch versuchen, Sachen in meine Tasche zu quetschen oder irgendwelche Sachen aus dem Haus zu verschenken (weil es dann endgültig leer werden muss). Und wie viel bis dahin noch zu machen ist… Puh! 🙂

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Picture Overload

Airport MSR

Airport MSR

Durban South Beach

Durban South Beach

La fête de la Musique in der Alliance Francaise, MSR

La fête de la Musique in der Alliance Francaise, MSR

Bubbles!

Bubbles!

Hluhluwe iMfolozi Game Reserve

Hluhluwe iMfolozi Game Reserve

Semonkong - Maletsunyane Waterfalls

Semonkong – Maletsunyane Waterfalls

Im Hintergrund mit den ganz jungen Jockeys

Im Hintergrund mit den ganz jungen Jockeys

Horse Race

Horse Race

Frauen verkaufen traditional beer

Frauen verkaufen traditional beer

3/4 Family

3/4 Family

Tsehlanyane

Tsehlanyane

Hot Chocolate at Maliba Lodge

Hot Chocolate at Maliba Lodge

Tsehlanyane

Tsehlanyane

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

irgendwo zwischen TY und MSR

irgendwo zwischen TY und MSR

Maseru by night

Maseru by night

Maseru by night

Maseru by night

traffic

traffic

Wanderung

Wanderung

Maseru Sunset

Maseru Sunset

P1000123

Krissy, Tsili, ich und Katha

Krissy, Tsili, ich und Katha

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Warum ich keinen Fernseher brauche…

… mein Leben ist einfach eine Soap. Manchmal.

Nehmen wir nur das letzte Wochenende als Beispiel:

erst schmeißt sich ein Mädel doch sehr arg an mich ran,

dann erzählt mir ein sehr guter Freund, dass er bald Vater wird

und ein anderer guter Freund erklärt mir danach noch seine Liebe zu mir.

Damit reichte es dann irgendwie auch schon für das Wochenende 😉 Neenee, also es macht weiterhin Spaß hier, wohl eher so viel, dass ich – wie man sieht – nie zum Schreiben komme. Dabei möchte ich Euch noch von meinen Besuchern erzählen, das war nämlich eine echt schöne Zeit mit ihnen. Ich denke, das hole ich nach, wenn die Mädels (meine Mitbewohnerinnen) weg sind, die haben in einer Woche Lesotho nämlich schon verlassen.

Aber gestern hat sich entschieden, dass ich doch nicht morgen ausziehen muss sondern bis zum Ende in unserem Häuschen wohnen bleiben kann- und sogar noch eine neue Mitbewohnerin zur Unterstützung kriege. 🙂

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Winter’s coming.

Man merkt schon, dass mir das Text-Schreiben im Moment nicht so liegt. Nicht, dass es nichts erzählwürdiges gäbe hier! Es ist nur irgendwie so, dass der Alltag richtiger Alltag ist- und alle davon abweichenden Dinge und Aktionen sich gerne so überschlagen, dass ich mit dem Niederschreiben kaum hinterher komme.

Was hab ich so in der letzten Zeit getrieben?

Ich habe vorwiegend versucht, wochenends aus Maseru rauszukommen, weil mich der Staub verbunden mit den in der Kälte noch ekligeren Abgasen wirklich nervt… Das hat auch ganz gut geklappt, ich habe Wanderungen und kleinere Ausflüge unternommen. Dieses Wochenende nun stand unter ähnlichem Stern: eigentlich wollte ich Rugby schauen, das Spiel fiel jedoch leider aus weswegen ich mich  dann an einem Samstagnachmittag umgeben von zwei Bekannten Wein trinkend auf einem Sofa befand. Am Sonntag stand das Fussballspiel Lesotho (Likuena) – Südafrika (Bafana Bafana) an. Naiv wie wir waren, hatten wir uns keine Karten im Vorhinein besorgt und mussten angesichts der vielen Anhänger draußen bleiben. Die Stimmung hat mich doch auch etwas überrascht: Es war knüppelvoll, zwischen den ganzen Menschenmassen und Warteschlangen standen dann Security-Männer. Einer hatte einen riesigen Hund (Marke Pferd) und sah so aus, als ob er ihn noch nicht mal unter Kontrolle halten könne und ist ihm immer wieder hinterher gelaufen wenn der Hund mal auf eine Person abging. Später kamen noch andere, die versucht haben, die Menschen mit so kleinen Peitschen in Reih und Glied zu ordnen. Insofern war’s auch nicht so schlimm dass wir nicht reinkamen, als Ersatzprogramm haben wir mit dem deutschen Besuch einer Freundin Papa und Meat gegessen (also ich nicht) und danach noch – Achtung, jetzt kommt’s! – ein Eis gegessen! So mit Kugeln und so! Wunderbar. Die Verkäuferin hat uns auch immer den Spielstand durchgegeben, den sie durch ein Radio erfuhr. Endstand: 2:0 für Bafana Bafana. Schade.

Gestern ist der Winter gekommen. Wirklich. Wenn es vorher kalt war, ist’s nun eisigkalt. Ich streckte morgens nur den Arm unter der Decke hervor und meinte direkt „Wuuuah, Sarah, der Winter ist da.“ Eine Freundin meinte später, dass es – 5°C hatte, das glaub ich auf’s Wort.

Daher trage ich seit langem also mehrere Pullis übereinander. Demnächst werd ich mir auch Handschuhe und eine Mütze besorgen (meine wunderbare Mütze habe ich leider verloren). Davon abgesehen macht das Wetter die Umgebung aber unglaublich staubig, und wenn dann noch der Wind weht (ich liebe meine Kollegin dafür, dass sie ständig Dinge raushaut wie „the rain rains“ etc.) wie am letzten Wochenende, wird’s echt eklig.

Nachts und morgens riecht es meistens … „würzig“. Das kommt daher, dass die meisten Watchmen nachts Feuer machen, um sich während ihrer Arbeit zu wärmen. Doch natürlich ist nicht immer genug Holz da, sodass kurzerhand einfach der Müll verbrannt wird und zum Wärmen benutzt wird.

Dieser Geruch mischt sich auf meinem Arbeitsweg dann gerne mit Autoabgasen und sorgt dafür, dass ich froh bin, am Wochenende frische Landluft zu riechen.

So, was hatte ich noch nicht erzählt? Ahja: wir leben mit einer Katze zusammen. Yeah! Ihr Name ist passenderweise Katse (Sotho für Katze), und ist schon seit Ostern Teil unserer kleinen WG-Familie. Mittlerweile hab ich wahrscheinlich allein durchs Füttern und Streicheln einen Platz in ihrem Herzen gewonnen. Hoffe ich. Bei Katzen kann man das ja nicht so unbedingt sagen. Obwohl: am Freitag kam sie tatsächlich mit einem noch lebenden Vogel im Maul ins Haus zu mir, das kann bzw. muss ich wohl schon als Liebesbekundung sehen, oder? (Das gehört übrigens zur Kategorie der Dinge, die schieflaufen, sobald ich alleine zuhause bin. Außerdem gehört noch meine wunderbare Toaster-in-Brand-setzen-Aktion dazu, aber zum Glück wurde bislang niemand geschadet bei all dem (bis auf den Vogel))

Da sich Beschwerden häufen, dass ich ja gar nicht erzähle, was bei mir auf der Arbeit passiert, werde ich dazu mal was schreiben…

Meine Aufgaben lassen sich vermutlich am besten in drei Bereiche aufteilen: den ‚administrativen‘, der alles umschließt, was regelmäßig anfällt – wie Berichte, das Moderieren des Montagmorgenmeetings, Dokumentation (Fotos, Koordinaten, Karten) der Anlagen, ab und an Telefondienst, Besucher abfangen und und und.

Dann gibt es alles, was WASH United (darüber hab ich ja schon mal berichtet) betrifft- also meistens Planungen und Umsetzungen. Das ist ganz schön, weil man da am leichtesten mitkriegt, dass die Arbeit jemanden erreicht und man auch mal rauskommt aus dem Büro. Im März haben wir das erste Mal einen Schulwettkampf durchgeführt. Das bedeutet, dass die Kinder von uns aufgefordert werden, ein Gedicht, ein Lied oder ein kurzes Theaterstück basierend auf unserem Programm zu entwerfen, einzuüben und vorzutragen. Am Freitag war ich nun das erste Mal dabei und muss sagen, dass es wirklich äußerst putzig ist, den kleinen Kindern (2-6 Jahre) dabei zuzusehen.

Der dritte Part umfasst alles, was ich mir so als Aufgabe nehme bzw. bekomme. Das sind dann Dinge, die einfach anfallen wie Drucker anschließen etc. aber auch die Verantwortung für den Müll bei uns im Office zu übernehmen (weswegen ich ja schon den wunderbaren Kompost baute). Achso, und für die Präsentationen über unsere Arbeit (deren Vorbereitung und Durchführung auch in meinem Arbeitsbereich liegen) habe ich noch ein Modell unseres Biogassystems gebaut, das zeigen soll, wie es aussieht.

Kleine Anekdote am Rande (da ja die obligatorische Klo-Story hier wohl nicht fehlen darf!):

Letztens waren wir an einer High School in einem nördlichen Distrikt. Dort hat TED vor ein paar Monaten ein Biogas- & Abwassersystem fertiggestellt. Das haben wir uns dann also nochmal angeschaut und wurden auch noch auf eine Tour auf dem ganzen Gelände eingeladen.

Zuerst sind wir aber tatsächlich zur Anlage. Sie selbst sah auch ganz gut aus, nur das Drumherum: überall Müll und auch viele Pflanzen, die kreuzundquer wuchsen. Die angeschlossenen Toiletten sahen zwar recht gepflegt aus, hatten aber zwei wesentliche Mängel: einen gewissen Gestank, der ewig viele Fliegen anlockte und: keine Türen! Zumindest das letzte hat mich echt abgeschreckt. Könnt ihr euch vorstellen, an einem Ort zu leben (!, ja, denn das war der Teil der Schule, der als Internat fungiert) wo ihr nicht alleine aufs Klo geht? Für meinen Teil: dann lieber gar kein Klo. Nagut, Geschmackssache.

Oh, nun ist es doch ein gar nicht so kurzer Text geworden, wenn auch nicht ganz zusammenhängend. Bild

Paballong.

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Donga!

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morgens um halb 8 in Lesotho (Wanderung)

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WASH United School Competition – Judges

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WASH United – eine Pre-School, die ihren Beitrag präsentiert

Liebe Grüße und viel Sonne!

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Basotho people

Hier kommt etwas, was ich schon länger vorhatte: eine Liste mit Eigenschaften oder Besonderheiten der Basothen (Lesotho­-Einheimische, Plural).

Diese Liste hat natürlich den großen Nachteil der Verallgemeinerung, aber ich traue Euch wie mir durchaus zu, einschätzen zu können, dass natürlich nicht jeder Mosotho (Lesotho-Einheimischer, Singular) alle oder auch nur eine der beschriebenen Eigenschaften hat.

Trotzdem: diese Dinge bringen mich immer wieder zur Verzweiflung, zum Lächeln oder zum Bewundern.

So, ich geb mir Mühe, die Sachen auch einigermaßen zu beschreiben und zu erklären soweit ich das eben kann. VIel Spaß!:)

–       Frauen: sich flach auf den hinteren Teil des Kopfs klopfen (das rührt wohl durch das Tragen von Perücken oder anderem künstlichen Haar)

–       Klotüren nicht (ab)schließen, so dass man ungewollter Weise bei einem Stopp auf einer Überlandfahrt einer Mitreisenden beim Pinkeln zuschaut, weil sie die mittlere der 10 Kabinen der Autobahntankstellentoilette (yeay!) nimmt – ohne die Tür auch nur anzurühren.

–       Bei Festen direkt nach dem Essen verschwinden oder sturzbetrunken sein

–       Laaaaangsam. Manchmal.

–       ‚Is it?‘

–       Knochen und Knorpel essen

–       Mich auslachen, weil ich an die Evolution glaube

–       Wegen des Glaubens (Christentum!) nichts trinken

–       Zahnstocher benutzen und stundenlang auf irgendwelchen Dingen rumkauen

–       Kein Problem, in der Öffentlichkeit zu popeln/ im Ohr rumzuprokeln / sich an die Brüste zu fassen (Frauen) / pissen (Männer)

–       Dinge, die angeboten werden (z.B. Schluck Wasser) stark an sich reißen (z.B. ohne zu Zögern die Flasche austrinken)

–       Schreien oder sehr leise flüstern, nur nichts zwischen diesen beiden Lautstärken

–       Mit jemandem schnell ins Gespräch kommen, auch wenn es keine gemeinsame Sprache gibt

–       Große Worte finden bei offiziellen oder semi-offiziellen Anlässen

–       Hände halten (Frau & Frau oder Mann & Mann)

–       ‚How are you?‘

–       ‚German‘ und ‚Germany‘ verwechseln

–       Fleischliebe

–       Zufriedenheit bei Pap +  Meat

–       Männer, die bis zum Umfallen (traditionelles) Bier trinken

–       Matekuane (=Weed) an jeder Ecke

–       ‚tree‘ statt ‚three‘ sagen

–       Es schaffen, ohne Nachzudenken immer richtig auf „verdrehte“, also verneinte Fragen zu antworten- wo unsereins eher ‚Ja… äh Nein!‘ sagt.

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